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Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Im Jahre 2002 hat die UN die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ausgerufen. Bis 2014 sollen weltweit die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung in den nationalen Bildungssystemen verankert werden. 

Das waldpädagogische Angebot „Erlebnis Bungsberg“ ist ein konkreter Beitrag. Ziel ist es, die Bedeutung des Waldes als Lebensraum, Erholungsraum und Wirtschaftsraum darzustellen und dies für Kinder erfahrbar zu machen. Wir wollen die Kinder dabei unterstützen den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu erlernen. In natürlicher Umgebung können sich die Kinder unmittelbar als Teil der Natur erleben bzw. erfahren und eine persönliche Beziehung zu ihr aufbauen. Durch diesen pädagogischen Ansatz haben sie die Möglichkeit, einen ursprünglichen und emotionalen Zugang zu erhalten.

Durch eine zielgruppengerechte Ausrichtung fördern die pädagogischen Angebote die Entwicklung und Stärkung der Kompetenzen nach de Haan, ganz im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Je nach pädagogischem Angebot werden unterschiedliche Teilkompetenzen schwerpunktmäßig gefördert. Die vier Elemente in Kombination mit der Geschichte des Bungsbergs eröffnen den Lernenden neue Perspektiven, lassen sie interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen, mit anderen gemeinsam planen, handeln und Empathie entwickeln.
Durch die aktive Beteiligung der Zielgruppen werden einerseits die drei Lernebenen – Kopf, Herz und Hand – gefördert und andererseits wird die Basis für eine Übertragbarkeit des Gelernten auf andere Lebensbereiche und Alltagssituationen geschaffen.
Das Ziel des Erlebnis Bungsberg ist es, den Facettenreichtum des Lern- und Lehrortes für die Lernenden erfahrbar zu machen und durch Bildung und Spaß neben den Kompetenzen und der Handlungsorientierung die emotionale Bindung zu Natur und Umwelt zu stärken.

Die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kulturelles) werden in mehreren unserer Programme einbezogen. Verknüpft werden diese durch unseren Schwerpunkt auf die vier Elemente. Dabei stehen die Ökologie, das Soziale und das Kulturelle im Vordergrund.

 

Umsetzung der Gestaltungskompetenz in den Programmen

Im Folgenden werden Beispiele genannt, wie die 12 Teilkompetenzen nach de Haan, durch die Angebote und Methoden des Erlebnis Bungsberg gefördert werden:


1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
Durch Rollenspiele, Verkleiden, Geschichten erzählen oder das Philosophieren mit Kindern werden Zugänge zu dem Leben am Bungsberg in verschiedenen Epochen geschaffen – so erweitern sich Grenzen und Horizonte bei den Lernenden.


2. Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können
Durch Angebote, die die folgenden Fragen beleuchten und entdeckend analysiert sowie verstanden werden können: Welchen Einfluss haben die einzelnen Elemente auf das tägliche Leben der Menschen? Wieso ist Wasser so wichtig für uns? Was muss passieren, damit Wasser gefriert?


3. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
Die vier Elemente und die Geschichte des Bungsbergs ermöglichen das Aufgreifen von interdisziplinären Themenfeldern, wie z.B. das Thema rund um den Wald mit seiner Nutzung durch den Menschen und als Lebensraum für Flora und Fauna, die in übergeordneter Weise zusammenhängen. Neben dem Kennenlernen und Begreifen der Zusammenhänge fördert die aktive Beteiligung das Handeln und Agieren jedes Einzelnen.


4. Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können
Bspw. durch den Transport von Baumaterialien über Höhenmeter oder durch den Bau einer Hütte oder einer Brücke und deren anschließender Überquerung werden physikalische Gesetze erprobt, mögliche Gefahren erfahrbar gemacht und körperliche Grenzen überprüft und ggf. erweitert.


5. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
Bei der Erprobung physikalischer Gesetze bedarf es oft mindestens zweier Parteien, die gemeinsam eine Lösung erarbeiten, bzw. die Ausführung in Kooperation umsetzen müssen. Dies gilt für die Geräte für Freizeitbesucher, aber auch für die pädagogischen Angebote, bei denen in Teams Aufgaben gelöst werden und in denen spielerisch gelernt wird. In unterschiedlichen Experimenten werden die Kinder mit verschiedenen Problemlösestrategien konfrontiert.


6. Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können
Der Erhalt des Waldes steht mit dem Bau von (Holz-) Häusern und dem Feuer machen im Zielkonflikt. Hier kann den Ursprüngen der Nachhaltigkeitsidee und dem Zielkonflikt Nutzen gegenüber dem Erhalt auf den Grund gegangen werden.


7. An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können
Beim Bau einer Brücke oder dem gemeinsamen Bau eines Lehmgebäudes durch Kindergruppen ist unabdingbar, sich in der Gruppe abzustimmen. Gleiches gilt zum Beispiel auch beim Sammeln von Naturmaterialien, wo jede Kleingruppe bestimmte Gegenstände sammeln soll. Die Experimente bieten den Kindern die Möglichkeit sich aktiv in den Problemlösungsprozess einzubringen.


8. Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden
Durch den Besuch des Erlebnis Bungsberg sollen Kinder und Freizeitbesucher motiviert werden, aus eigenem Antrieb in die Natur zu gehen und ggf. auch andere Familienmitglieder dazu motivieren. Es kann der lokale Wald sein oder andere naturnahe Gebiete in der (näheren) Umgebung der Kinder. Selbstverständlich können sie auch noch einmal zum Erlebnis Bungsberg zurückkehren und/oder
andere Einrichtungen des BILDUNGSSPASS OSTHOLSTEIN besuchen. Das Wissen und der Umgang mit der Natur und dem Wald, wird so auch an andere Familienmitglieder weitergetragen.


9. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
Beim Erlebnis Bungsberg geht es in einer Vielzahl der pädagogischen Angebote darum, in andere Epochen und damit Lebensweisen zu schlüpfen, diese kennenzulernen und zu begreifen, welche Unterschiede im Vergleich zu dem heutigen Lebensstil bestehen. Durch Rollenspiele, Verkleiden und Geschichten kann ein intensives Auseinandersetzen mit den verschiedenen Lebensformen und deren Konsequenzen für das alltägliche Leben ermöglicht werden. Rückschlüsse und Reflexion werden im Rahmen des Angebotes aktiv gefördert.


10. Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können
Durch Rollenspiele können Fragen der Gerechtigkeit thematisiert werden, mit Bezug auf die Geschichte am Bungsberg, welche es ermöglicht einen Bezug zur Gegenwart herzustellen, kann dies weiter vertieft werden.


11. Selbständig planen und handeln können
Bei der kreativen Gestaltung von Lehmfiguren, die mit selbst zu suchenden Naturmaterialien verfeinert werden, ist das selbständige Planen und Handeln zentrale Herausforderung. Auch die Gestaltung von Windrädern oder das Thema Landart bietet diese Möglichkeiten.


12. Empathie für andere zeigen können
Durch verschiedene Methoden können sich die Kinder in das Leben der Slawen hineinversetzen. Sie können so selbst erfahren, welche Schwierigkeiten ein Hausbau, die Suche nach Kräutern oder der Transport von größeren Naturmaterialien macht. Dies bietet die Möglichkeit, das Thema in die heutige Zeit zu übertragen und sich Gedanken über die unterschiedlichen Kulturen zu machen. Hierdurch kann die Empathie für diese Völker entwickelt werden.

 

Handlungsfelder der Nachhaltigkeit

Folgende Handlungsfelder greifen wir in unseren Programmen auf:

Biodiversität
Element Erde, Wald, Wiese


Lebensräume
Element Erde, Wald, Wiese


Energie
Element Feuer, Element Luft, Waldnutzung


Klima
Element Luft, Wald als Klimaregulator


Konsum
Kochen am Lagerfeuer


Lebensstil
Anhand der Kultur der Slawen


Verteilungsgerechtigkeit
Element Wasser, Element Luft